Verabschiedung InteAEine Leistung, die stolz macht: Die Schüler der drei „InteA“-Klassen freuen sich mit ihren Lehrern über den Abschluss. © ksm„Eigentlich ist das gar nicht möglich“, fand Schulleiterin Gabriele Polzin, „in so kurzer Zeit eine ganz neue Sprache so gut zu lernen, dass man arbeiten gehen kann“. 20 Schüler aus drei Integrationsklassen (InteA) haben es an der Elisabeth-Selbert-Schule aber doch geschafft und nach zwei Jahren zusätzlich zum Zeugnis ein Deutsches Sprachdiplom erhalten. Zehn Schüler erreichten sogar das anerkannte B1-Diplom. Das bescheinigt „selbstständige Sprachverwendung in Alltagssituationen und in Beruf“.

Wie schwer das sei, wisse jeder, der einmal nach zwei Jahren Fremdsprache versuche in diesem Land zu arbeiten, betonte Polzin. „Ich bewundere Ihre Leistung. Seien Sie stolz auf sich!“, schloss die Schulleiterin. Anschließend verliehen die Klassenlehrerinnen Edeltraud Schiertz, Danaiela Grieser und Elke Heinzelmann-Coronel Zeugnisse, Sprachdiplome und eine Rose. Die drei Klassenbesten Ghebreyonas Gehebrehiwet, Beata Kuneva und Shirhossein Azizi erhielten außerdem eine blaue Tasche mit dem Schullogo. Azizi hatte darüber hinaus das Freischwimmerabzeichen in Gold geschafft.

Klassenlehrerin Schiertz schaute auf den gemeinsamen, zweijährigen Weg mit vielen Höhen und Tiefen zurück. „Viele haben uns freiwillig oder unfreiwillig verlassen“, erinnerte sie auch an erste Ablehnungsbescheide, „einige mussten zurück in ihre alte Heimat, andere haben schon einen Job gefunden oder studieren sogar“. Das Credo habe dabei immer gelautet: Nicht aufgeben.

Nach dem Meilenstein Sprachdiplom und Zeugnis geht der Weg für die allermeisten an der Schule weiter. Viele wollen mindestens den Hauptschulabschluss erreichen, manche träumen auch vom Studium. Und so hofft die Schulleiterin, dass die Schule für die Geflüchteten zu einem „Stück Heimat geworden ist.“ ksm

Ksm, Südhessen Morgen,

23.06.2018