Elisabeth-Selbert-Schule Lampertheim (ESS)

BERUFLICHES SCHULZENTRUM DES KREISES BERGSTRASSE

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SchleuderDrama Projekttag 2017Jessica Hoffmann (von rechts), Peter Hoffmann, Dirk Neumann und Tanja Keim berichten beim Projekttag „SchleuderDrama“ an der Elisabeth-Selbert-Schule von ihren Erfahrungen mit schweren Unfällen im Straßenverkehr und sprechen mit Schülern. Foto: Thorsten GutschalkBeim Projekt „Schleuderdrama“ erzählen Ersthelfer von schweren Verkehrsunfällen

Es ist kein leichter Auftrag für Rettungskräfte, wenn Jugendliche in Verkehrsunfälle verwickelt sind. Wenn sie bis zur Unkenntlichkeit zerschunden in ihrem Autowrack liegen. Wenn Eltern die Todesnachricht überbracht werden muss. Dass kein junger Mensch betrunken Auto fährt, dass sich keiner übermüdet auf den Nachhauseweg macht, dass keiner in Eile zu schnell und unkontrolliert unterwegs ist – das wollen Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte, aber auch das Kollegium an der Elisabeth-Selbert-Schule erreichen. Deswegen gibt es die Initiative „SchleuderDrama“ und am Donnerstagmorgen fand zum dritten Mal in Folge ein Projekttag für die Berufsfachschule und die Höhere Berufsfachschule statt.

4000 Verkehrsunfälle im Kreis Bergstraße

Emotional sollte der Tag sehr aufwühlend werden, keinem der Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren werden die Bilder und Berichte der erfahrenen Rettungskräfte so schnell aus dem Kopf gehen. Im MediaMaxx saßen sie, schauten um 8 Uhr morgens noch müde auf die große Leinwand. Doch das änderte sich schnell, zu nah waren die Eindrücke am eigenen Leben, zu echt die Gefahren. Ein rund 45minütiger Film führte die Jugendlichen mitten ins Geschehen: Unter dem Motto, das Leben sei zu aufregend, um morgen schon zu Ende zu sein, zeigte die kurze Dokumentation die Arbeit der Rettungskräfte und erklärte die Rettungskette. Doch dies allein machte diesen Projekttag nicht zu einem besonderen – vielmehr die Berichte der anwesenden Erwachsenen. Sie erzählten von ihrer Arbeit bei der Verkehrspolizei, der Feuerwehr oder als Rettungssanitäter.

Peter Hoffmann, Jugendkoordinator der Polizeidirektion Heppenheim, leitet das Projekt „Schleuderdrama“. Er sagte: „Wir haben die Erfahrung, wir wollen euch Tipps mit auf den Weg geben und euch schildern, was alles hier vor unserer Haustür im Straßenverkehr passiert.“ Allein im vergangenen Jahr gab es über 4000 Verkehrsunfälle im Kreis Bergstraße, rund 1000 Verletzte und zwölf Tote. Wohl keiner der Anwesenden blieb nach dem Betrachten der ungeschönten Unfallbilder unberührt. Und als Hoffmann alle aufforderte, sich zu einer Schweigeminute zu erheben, machte sich großes Unbehagen breit. Auch als Jörn Metzler sprach, war es ruhig im Raum. Metzler, Polizeihauptkommissar und bis vor zwei Jahren noch in Lampertheim tätig, war zu Beginn seiner Berufslaufbahn an einem Sonntagmorgen auf die B 47 zwischen Bürstadt und Riedrode gerufen worden – zwei befreundete Pärchen waren nach einer langen Nacht in Frankfurt alkoholisiert, übermüdet und mit Partydrogen vollgepumpt frontal in ein entgegenkommendes Auto gerast. Metzler hatte als Ersthelfer vor Ort die Kontrolle behalten müssen, hatte später die Eltern zu den aufgebahrten und fast unkenntlichen Leichnamen führen müssen.

Für Schulleiterin Gabriele Polzin ist der Projekttag wichtig, sie forderte alle Schüler auf, den Menschen gut zuzuhören, die große Erfahrung haben und bereit sind, ihre persönliche Erfahrungen zu teilen. Nach dem Filmeinstieg teilten sich die einzelnen Klassen in verschiedene Workshops auf – dort drehte sich vieles um die Arbeit der Rettungskräfte und die Unfallaufnahmen, aber auch um das Vermeiden von Verkehrsunfällen. Jessica Hoffmann etwa, gerade hat sie das Staatsexamen bestanden und wartet auf ihre Referendariatsstelle, sprach mit den jungen Leuten über klare Abmachungen in ihrem Freundeskreis, wer fahren und wer trinken darf. Ein anderer Workshop beschäftigte sich damit, dass Jugendliche lernen, auch „Nein“ sagen zu können. Derweil lernten auch die Klassenlehrer Neues dazu, sie selbst nahmen auch an einem Workshop teil. Claudia Schwarz – sie organisierte den Projekttag – weiß, wie schwierig und vielschichtig das Thema und wie bedeutend die Sensibilisierung der Jugendlichen ist: „Wenn Ansprechpartner gebraucht werden, findet Ihr eure Klassenlehrer hier“, sagte die Schulsozialarbeiterin.

Vanessa Dörfler, Lampertheimer Zeitung,

08.12.2017

 

Bilder und Geschichten, die man nicht so schnell vergisst

Präventionsprojekt „SchleuderDrama“ für 11. Klassen der Elisabeth-Selbert-Schule

„SchleuderDrama” lautete der Titel der Präsentation, die den Projekttag für die 11, Klassen der Berufsfachschule sowie der Stufe 11 der HBF in der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) am Donnerstag eröffnete. Aufklärung und Prävention durch Abschreckung könnte man meinen, aber den Veranstaltern ist vor allem eines wichtig: „Wir wollen euch keine Angst machen, wir wollen euch hier klar machen, dass ihr nicht unverletzlich seid und in gewissen Situationen euren Verstand einsetzt und bessere Entscheidungen trefft“ – und dass wir euch nicht immer retten können, auch wenn wir alles menschenmögliche dafür tun”, brachte es der Gemeindebrandinspektor der Gemeinde Mörlenbach, Reiner Agostin, auf den Punkt. Gemeinsam mit weiteren Einsatzkräften der Polizei, der Feuerwehr, der Rettungsdienste und der Notfallseelsorge schilderte er den Schülern persönlich Erlebtes – Bilder und Geschichten, die die Schüler sicher nicht so schnell vergessen.

„Eines Abends wurde wir zu einem Hilfeeinsatz mit Rettungsschere gerufen”, schilderte Reiner Agostin ein besonders persönliches Erlebnis, das ihn seither nicht mehr loslässt. „Gemeinsam mit dem Notarzt war ich als erstes an der Unfallstelle und er meinte zu mir, dass eine besonders rasche Rettung nötig sei, um dem jungen Mann, der im Auto eingeklemmt war, das Leben zu retten. Mitten in der Arbeit sagte der Notarzt auf einmal, wir könnten langsam machen – eine Rettung sei nicht mehr möglich. Da ging ein Ruck durch das Team, alle stellten sich die Frage: Haben wir etwas falsch gemacht, waren wir zu langsam? Aber manchmal können wir einfach nichts mehr machen, wenn der Unfall zu schwer war, egal was wir versuchen.” Dies habe er auch dem Vater des jungen Mannes gesagt, als dieser an der Unfallstelle eintraf. „Die Mutter ist sofort kollabiert, der Vater hat mir alles erzählt, was sein Sohn, der kurz vor dem Abitur stand, im Leben erreichen wollte. An diesem Abend hatte er einen kleinen Fehler gemacht und alle Träume und Ziel, sein ganzes Leben war dahin. Es liegt an euch: Ihr haltet eurer Leben in der Hand. Macht keine Dummheiten und passt auf euch auf“

Ebenso beeindruckend waren kurze Filmsequenzen, die von Unfallopfern berichteten. „Haltet die Geschwindigkeit ein, die Schilder stehen aus gutem Grund. Und pimpt eure Autos nicht auf, das bringt nichts – nicht bei den Mädchen und nur falsche Anerkennung bei euren Freunden”, appellierten in einem der Videos zwei junge Männer, die bei einem Unfall fünf Freunde verloren und selbst verletzt überlebt haben. „Unser Auto war zu voll besetzt, wir saßen zu fünft auf der Rückbank – fahrt lieber vorsichtig und mit weniger Insassen, damit euch nichts passiert.”

Vor allem sollen sie die jugendlichen Fahrer und Mitfahrer aber sensibilisieren, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen, denn mit wenigen Vorkehrungen lässt sich das Unfall-Risiko im Straßenverkehr deutlich verringern. „Wenn ihr euch an Regeln haltet, schützt ihr euer Leben und das Leben anderer“, betonten die Einsatzkräfte und appellierten an die Vernunft der jungen Menschen. Auch Anschnallen ist Pflicht und schützt das Leben, wie eine weitere emotionale Film-Präsentation sehr deutlich machten. Nicht zu unterschätzen sind kurze Ablenkungen, sei es durch das Handy oder andere Mitfahrer, denn nur eine Sekunde Unaufmerksamkeit bedeuten 15 Meter auf der Straße. Alkohol und andere illegale Drogen schränken nicht nur das Fahrvermögen im Straßenverkehr drastisch ein, sondern erhöhen auch die Risikobereitschaft. Besonders oft sind junge Menschen betroffen, sie schätzen das Risiko falsch ein oder wollen an falscher Stelle Mut beweisen – deshalb gilt: Kein Alkohol am Steuer – nie! In Workshops wurde die Botschaft anschließend vertieft.

Benjamin Kloos, TIP-Verlag,

07.12.2017

 

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